Tierhaltung auf der integrierten Farm |
![]() Unser erstes Experiment ist ein transportabler Laufkäfig für Jungputen. Solche Käfige in unterschiedlichen Größen sollen später auf der Farm zwischen den Bäumen stehen damit die Puten dann das Unkraut vertilgen. |
Ein
wesentlicher Punkt unseres Gesamtkonzeptes ist die Einführung
einer Art Kreislaufwirtschaft. Abfälle aus der Obst- und
Gemüseproduktion können als Tierfutter verwendet
werden, der Dung der Tiere dient wiederum den Pflanzen als
Dünger. Wir sind derzeit dabei, alle denkbaren Futtermittel
nebst ihren Nährstoffbestandteilen aufzulisten. Tierhaltung
macht nur Sinn wenn billiges, aber gutes Futter vorhanden ist.
Bei der Massen-Hähnchenzucht wird z.B. nur kommerzielles Futter zu ca. 0,50 EURO pro KG verwendet. Damit sind die Hochleistungs Hybrid-Tiere zwar nach 45 Tagen schlachtreif, aber ca. 70% des Verkaufserlöses geht alleine für das Futter drauf. Unser Ziel ist es, eigene Futtermischungen zu produzieren, die vieleicht nur 0,10 EURO/KG kosten. Wir werden nur normale Hausrassen verwenden, weil deren Fleisch wesentlich hochwertiger ist und es mit Restaurants usw. sichere Abnehmer bei höheren Preisen gibt. Dann spielt es nämlich keine Rolle mehr ob ein Tier nun 45 oder 70 Tage braucht. Ein weiterer Vorteil bei diesem Konzept liegt darin, dass wir Tiere unterschiedlichen Alters gleichzeitig halten können. Damit könnte alle paar Tage eine Schlachtung stattfinden, was das Marketing enorm erleichtert. Wir werden auf diese Weise völlig unabhängig produzieren können und nicht wie die Massentierhalter zu Sklaven der Nahrungsmittelkonzerne degradiert. |
| Es ist
eine kombinierte Stallhaltung mit Auslauf im Freigelände
geplant. Auf diese Weise können wir später den Platz
unter den Zitronenbäumen nutzen, wenn die Baumkronen
geschlossen sind und wegen der Beschattung dort kein Gemüse
mehr wächst.
Wir werden höchstwahrscheinlich mit Kühen, Schweinen und Puten beginnen. Hier gibt es eine enorme Nachfrage nach Fleisch von lokalen Rassen. Hinzu kommt dass die Aufzucht im Vergleich zu den Hybrid-Rassen relativ problemlos ist da diese Tiere dem örtlichen Klima extrem gut angepasst sind und durch die Freilandhaltung sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten werden. Unsere Experimente haben bereits einige Familienmitglieder und Nachbarn dazu veranlasst, auf eigene Rechnung neue Methoden in der Tierhaltung auszuprobieren. Diese Versuche beobachten wir intensiv und gleichzeitig sammeln wir u.a. im Internet hilfreiche Informationen. Wenn wir auf der Musterfarm damit beginnen, steht und fällt alles mit einer optimalen Vorbereitung. |
![]() Die lokalen Rinder-Rassen sind extrem widerstandsfähig, geben aber kaum Milch. Sie werden daher ausschließlich zur Fleischproduktion gehalten. |
![]() Seit dem 28.3.2010 ist der erste große Laufkäfig auf der Farm in Betrieb und die 11 Puten fühlen sich dort offenbar pudelwohl! |
Der
große Laufkäfig besteht aus derzeit 8 Metallmodulen
von jeweils 180 cm Breite. Die Grundfläche beträt
also 5,4 x 1,8 Meter. Die Module haben einzelne Verbindungsteile, man
kann also beliebige Grundflächen gestalten. Ein altes
Fischnetz dient als zusätzlicher Schutz gegen Schlangen,
Ratten usw.
Nach einer Woche war das Unkraut komplett abgefressen und der Käfig wurde im montierten Zustand inklusive der Puten ein Stück weiter geschoben. Die Tiere werden zusätzlich mit Farm- und Küchenabfällen sowie geringe Mengen Kraftfutter versorgt. Die größten Puten wiegen 100 Tage nach dem Schlüpfen ca. 1,8 KG. Inzwischen haben wir von den Elterntieren (die laufen auf unserem Wohngrundstück frei herum) 20 neue Küken, die sich noch in einem beheizten Brutkäfig befinden und in etwa 2 Wochen in den kleinen Laufkäfig umziehen werden. Sicherlich ist das alles noch nicht der Weisheit letzter Schluß. Aber immerhin ist uns bislang kein einziges Tier eingegangen und wir versuchen ständig, neue Informationen für die Optimierung zu bekommen. Fest steht, wenn die Tiere nach 8 Monaten noch leben und mindestens 6 KG wiegen dann haben wir schon mal etwas richtig gemacht... |
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